Eine spezialisierte Fortbildung im Bereich der Beckenboden-Therapie richtet sich meist an Physiotherapeutinnen. Sie vermittelt das theoretische und praktische Rüstzeug, um Dysfunktionen im Bereich des Beckens und der tiefen Rumpfkraft gezielt zu behandeln.
Die Kernschwerpunkte moderner Beckenbodentherapie lassen sich in folgende Bereiche unterteilen:
- Angewandte Anatomie, Physiologie und Biomechanik
Die drei Schichten: Detailliertes Verständnis der anatomischen Strukturen des Beckenbodens (Musculus levator ani, tiefes und oberflächliches Diaphragma urogenitale).
Synergien im Körper: Zusammenspiel des Beckenbodens mit dem Zwerchfell (Atmung), der tiefen Bauch- und Rückenmuskulatur (lokale Stabilität) und den Hüftgelenken.
Druckregulation: Wie verhält sich der Beckenboden bei intraabdominelem Druck (z. B. beim Husten, Niesen, Heben oder Springen)? - Differenzierte Diagnostik und Befunderhebung
Anamnese: Gezieltes Erfragen von Symptomen wie Inkontinenz, Senkungsbeschwerden, Schmerzen oder Miktionsprotokollen (Trink- und Mictiustagebuch).
Palpation (vaginaler/rektaler Tastbefund): Beurteilung von Muskeltonus, Kraft, Ausdauer und Koordinationsfähigkeit.
Apparative Diagnostik (DRUS): Einsatz von rehabilitativem Ultraschall zur visuellen Kontrolle der Beckenbodenaktivität (Biofeedback). - Konservative Therapiekonzepte und Trainingslehre
Wahrnehmungsschulung: Methoden, um Patienten das isolierte Spüren und Ansteuern der Muskulatur beizubringen.
